Nach der coronabedingten Schulschließung ist es endlich soweit, die Schulen öffnen, wenn auch eingeschränkt, nach und nach für alle Schüler wieder ihre Türen. Am Staatlichen Gymnasium „Marie Curie“ Worbis laufen bereits seit dem 18.05.2020 die Abiturprüfungen und die elften, zehnten und auch neunten Klassen besuchen gruppenweise wieder unsere Schule. Normaler Unterricht findet dabei aber nicht statt. Der Mindestabstand muss stets eingehalten, an Tischen allein gesessen und eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Hinweise auf das Einhalten der allgemeinen Hygienevorschriften sind allgegenwärtig, sodass sogar das ausgedehnte Pausenspiel der jüngeren Schüler (vorerst) ausbleiben muss. Gemeinsames Lachen, Lernen und auch Leiden im Rahmen des gesamten Klassenverbandes gibt es nicht. Vielmehr werden vormals intakte Sozialstrukturen entzweit und Freundschaften auf die Probe gestellt. Auch Klassenfahrten und Wandertage sind bis auf Weiteres gecancelt und schulische Veranstaltungen, wie eine Projektwoche, die Berufsorientierung und das Sportfest wurden gestrichen. Von Normalität kann daher nicht die Rede sein.

Umso wichtiger erscheint es uns, der Jahrbuch AG, auch positive Erinnerungen an dieses Schuljahr zu schaffen, schließlich haben wir das Glück, durch die sozialen Medien und digitale Vernetzung auch über Entfernungen hinweg uns austauschen und am Leben der anderen teilhaben zu können. Daher haben wir uns eine zweite Fotoaktion überlegt, bei der wir den Klassen, wenn auch nur theoretisch, einen gemeinsamen Wandertag ermöglichen wollten. Die Klasse 5.1 ergriff dabei die Gelegenheit und beteiligte sich an dem Aufruf. Dabei haben sich die Schüler überlegt, „gemeinsam“ eine Fahrradtour zu unternehmen, um im Mai die aufblühende Landschaft zu erkunden. Dabei hat jeder Schüler von sich in seiner heimatlichen Umgebung ein Foto aufgenommen und uns per E-Mail zugesandt. Das Ergebnis zeigt die Collage. Auch anderen Klassen haben sich an der Aktion beteiligt. So ist eine achte Klasse „gemeinsam“ Eis essen gegangen oder eine sechste Klasse hatte das „gemeinsame“ Bedürfnis, einen Baum zu umarmen. Ihre Collagen werden nach und nach auf der Schulhomepage veröffentlich werden. Vielen Dank für die Teilnahme!

Grundlegend sollte klar sein, dass die Corona-Pandemie alle gleichermaßen vor besondere Herausforderungen stellt. Dennoch sollten wir auch innehalten und erkennen, dass der erzwungene „Lockdown“ auch etwas Positives mit sich gebracht hat. Die anfängliche Ohnmacht wurde zur Realität und unser schnelllebiger Alltag wurde ausgebremst. Wir hatten endlich Zeit uns auf das zu besinnen, was wirklich zählt: die Familie, die Freunde, die Schule und Streamingdienste wie Netflix. Auch der in Vergessenheit geratene Feldweg in unmittelbarer Umgebung stellt für uns ein längst in Vergessenheit geratener Anker dar. Er ermöglicht uns eine Flucht aus den heimatlichen Gefilden und bot uns Orientierung in dieser doch meist scheinbar orientierungslosen Zeit.

N. Böhlitz