Im Rahmen der Projektwoche am Staatlichen Gymnasium „Marie Curie“ Worbis setzte sich die Klasse 6.3 mit einer modernen Form der Schatzsuche, dem Geocaching, auseinander. Dabei gilt es auf Grundlage von GPS-Angaben einen der weltweit über drei Millionen versteckten Behälter zu finden und sich in das darin enthaltene Logbuch einzutragen.

Da theoretische Grundlagen aus dem Fach Geographie unabdingbar sind, um Geocaching mit Spaß zu betreiben, galt es zu Beginn das bereits im Unterricht erworbene Wissen zum Gradnetz der Erde, den damit verbundenen Koordinatenangaben mithilfe von Breiten- und Längengraden und dem GPS zu wiederholen. Zudem lernten die Kinder, dass es beim Geocaching auf jede Sekunde ankommt. Dabei ist nicht die Zeitangabe an sich gemeint, vielmehr erzielt man durch die exakte Koordinatenangabe in Grad, Minuten und Sekunden – ähnlich wie bei den Maßeinheiten Kilometer, Zentimeter und Millimeter – genaue Positionen auf der Erdoberfläche. So erkannten die potenziellen Geocacher, dass 51° nördliche Breite sowohl das Schulgebäude bedeuten kann als auch das Ohmbergstadion oder den Busbahnhof in Worbis. Erst durch die exakte Koordinatenangabe wird deutlich, wo der gesuchte Punkt tatsächlich vermutet werden kann.

Da sich auch einige Geocaches in Worbis befinden, folgte nach der Theorie die Praxis. So waren die zugehörigen Koordinatenangaben in das GPS-Gerät bzw. Smartphone schnell eingegeben und der detektivische Spürsinn der Schüler wurde geweckt. Daraufhin versuchten sie mithilfe der angezeigten Kompassrichtung ihren ersten Geocache zu finden und wurden schnell fündig. An der BONDA RANCH in Worbis konnte die Klasse ihren ersten Logbucheintrag vornehmen und zugleich wertvolle Tipps für den eigenen anzulegenden Geocache sammeln.

Der nächste Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück, denn es galt eine Schulrallye zu bewältigen. Dabei waren sieben offizielle Stationen im Bereich zwischen dem Spielplatz am Krankenhaus und dem Ohmbergstadion markiert, die zunächst mithilfe der Koordinatenangaben aufgesucht und das vor Ort versteckte Rätselkärtchen gefunden werden musste. Wurde dieses falsch beantwortet, wurde man mithilfe von Gradnetzangaben zu einer Hilfsstation geführt und konnte sein Glück erneut versuchen. Diese Rallye hat allen viel Spaß gemacht, forderte die Beteiligten aber auch ganz schön heraus. Eine Gruppe absolvierte an diesem Morgen fast 10km Fußmarsch, eine andere war drei Stunden unterwegs, um die Punkte zu suchen und Fragen zu beantworten. Einer weiteren Gruppe spielte die genutzte App auf dem Handy einen Streich, sodass unwissentlich auch mal in die falsche Richtung gelaufen wurde. Letztlich verhalfen jedoch die Arbeit im Team, das gekonnte Lösen der Rätsel und der Entdeckerspürsinn jeder Gruppe zur Bewältigung der Schulrallye. Gut gemacht!

Den Abschluss des Projektes stellte das Anlegen von zwei neuen Geocaches dar. Dabei suchten sich jeweils die Jungen und die Mädchen ein geeignetes Versteck, ermittelten die nötigen Koordinatenangaben und deponierten letztlich einen kleinen Behälter samt Logbuch. Mit großer Vorfreude erwarten sie nun die ersten Logbucheinträge von Geocachern aus aller Welt.

N. Böhlitz